Listenhunde: Unterschätzte „Kampfschmuser“

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Stefanie Götzenberger, Leiterin der Tierherberge Offenburg, und „AmStaff“ Johnny
Vor einigen Jahren gab es Meldungen, dass bestimmte Hunderassen von Grund auf gefährlich und aggressiv seien. Als „Kampfhunde“ verschrien, fristen sie insbesondere in Tierheimen ein Dasein ohne Aussicht, jemals wieder bei einer Familie zu leben. Dabei stecken diese Hunde voller Liebe.

Solche Szenen erscheinen im ersten Moment völlig normal im Umgang mit Hunden. Doch nachdem am 3. August 2000 das „Kampfhundegesetz“ in Kraft getreten ist, werden Hunde wie Johnny als potentiell gefährlich eingestuft. American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier würden eine gesteigerte Aggressivität in sich tragen und gelten damit als sogenannte „Listenhunde“ (Mehr dazu in unserer Infobox). Auslöser für das Gesetz war der tragische Fall des sechsjährigen Volkan, der am 26. Februar 2000 beim Ballspielen von zwei Pitbull-American Staffordshire Terrier-Mischlingen angefallen und getötet wurde
Weiterlesen „Listenhunde: Unterschätzte „Kampfschmuser““

Advertisements

Buchtipp: Das 6. Sterben

Das sechste Sterben
Foto: Suhrkamp
Der Mensch hat Geschichte geschrieben! Allerdings eine sehr traurige, denn er hat das sechste große Massensterben ausgelöst. Wie er das geschafft hat, beschreibt Elizabeth Kolbert in ihrem Buch Das 6. Sterben

Für dieses Werk erhielt die New Yorkerin Elizabeth Kolbert vollkommen zurecht 2015 den Pulitzer Preis. Auf drastische und beängstigende Art und Weise hält sie den Menschen den Spiegel vor. Das 6. Sterben lässt den Leser erschaudern und regt auch den letzten Zweifler zum Nachdenken über unser Leben an. Ein Buch wie dieses war schon lange notwendig.

Weiterlesen „Buchtipp: Das 6. Sterben“

Lindy Haynes: Eine Frau und 50 Schweine

enhanced-mid-28622-1463713840-17
Brian Roberts / Caters News Agency
Jahrelang lebte Lindy Haynes in Sidney. Bis sie genug hatte vom Leben in der Großstadt und aufs Land zog – gemeinsam mit 50 Schweinen

Lindy Haynes arbeitete in Sidney als Hundetrainerin und Tierpflegerin. Doch mit den Jahren hatte sie genug davon, wie die Leute in der Großstadt mit ihren Tieren umgingen. „Ich wurde Sidney einfach leid“, erklärt Haynes in einem Interview mit der Internetplattform BuzzFeed. 38 Jahre hat die Tierfreundin in der australischen Metropole gelebt, doch im Jahr 2000 fasste sie den Entschluss, irgendwo hinzuziehen, wo sie in Freiheit und Frieden mit ihren Tieren leben kann.

Weiterlesen „Lindy Haynes: Eine Frau und 50 Schweine“

The Donkey Sanctuary: Wenn Esel Brücken bauen

12814518_10153441283608201_8921055945500166366_n
The Donkey Sanctuary/ facebook
„Ihre Gesichter strahlen, wenn die Leute ihre vierbeinigen Freunde sehen.“ Nein, damit sind keine Hunde gemeint, sondern die Esel von The Donkey Sanctuary in England. Viele der Huftiere haben ein ebenso hartes Schicksal erlebt, wie die Patienten selbst

Dr. Elisabeth Svendsen hat ihr Leben den Eseln gewidmet. Daher gründete die britische Tierschützerin im Jahr 1969 auch The Donkey Sanctuary. Die Organisation hat sechs Einrichtungen im Vereinigten Königreich, unter anderem in Belfast, Birmingham und Manchester. Auch nach dem Tod von Svendsen im Jahr 2011 lebt ihre Idee und ihr Geist in der Arbeit von The Donkey Sanctuary weiter.

Weiterlesen „The Donkey Sanctuary: Wenn Esel Brücken bauen“

Filmtipp: Men and Chicken

383644.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxx
© Rolf Konow / DCM
Men and Chicken ist kein gewöhnlicher Film. Er ist auch sicherlich nicht jedermanns Sachen. Dennoch beschäftigt er sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier … auf eine verstörende Art und Weise

Den aktuellen Film des dänischen Regisseurs Anders Thomas Jensen als schwarze Komödie zu bezeichnen ist noch untertrieben. Dieses Werk ist teilweise so bitterböse, dass selbst das tiefste Schwarz dem nicht gerecht werden könnte. Im Mittelpunkt stehen die zwei ungleichen Brüder Elias und Gabriel, die eher beiläufig durch ein Video nach dem Tod ihres Vaters – einem berühmter Stammzellenforscher – erfahren, dass sie angeblich adoptiert sind. Während Gabriel ein schüchterner Evolutionspsychologe ist, macht sein Bruder Elias (auch in hässlich noch absolut genial: Mad Mikkelsen) eher von sich Reden, weil er immer und überall masturbiert. Nichtsdestotrotz machen sich die zwei gemeinsam auf die Suche nach ihrer wahren Familie und landen bei ihren drei Halbbrüdern auf einer abgeschiedenen Insel voller seltsamer Lebewesen…

Weiterlesen „Filmtipp: Men and Chicken“

Tier-Cafés: Zwischen Kuchen, Kaffee und Katzen

Ein-Besuch-in-Wiens-neuem-Katzencafe_ArtikelQuer
Foto: dpa
Gemütlich einen Kaffee trinken und nebenher eine Katze oder einen Hund streicheln – seit einiger Zeit ist dies nicht mehr nur in den eigenen Vierwänden möglich. Aber ist das für die Tiere auch so ein Spaß, wie für uns Menschen? Tierpsychologin Angélika Dufour gibt Antworten

Ursprünglich stammt der Trend mit den sogenannten Katzen Cafés aus Japan. Dort ist es nur in sehr wenigen Wohnungen erlaubt, ein Haustier zu halten. So haben die Japaner aus der Not eine Tugend gemacht und die Katzen Cafés ins Leben gerufen: In gemütlicher Runde Kaffee trinken, Kuchen essen und nebenher ein paar Katzen streicheln, die frei in den Räumlichkeiten herumlaufen dürfen. Für kurze Zeit wird so die Sehnsucht nach einem Haustier befriedigt. Bleibt dabei aber das Tierwohl nicht ein bisschen auf der Strecke?

Weiterlesen „Tier-Cafés: Zwischen Kuchen, Kaffee und Katzen“

Buchtipp: Das letzte Nashorn

Das letzte Nashorn von Lodewijk Oord
randomhouse/ KNAUS
Der Titel erinnert stark an den Kultfilm „Das letzte Einhorn“. In gewisser Weise sind Nashörner auch einfach nur pummelige Einhörner. Lodewijk van Oord macht in seinem Werk klar, dass es sie bald auch nur noch so selten geben wird, wie ihre fantastischen Verwandten…

Der nierderländische Autor Lodewijk van Oord behandelt in seinem Roman eine Thematik, die uns schon seit Langem beschäftig: Wo kommen wir hin, wenn wir mit den Tieren weiterhin so umgehen, wie wir es jetzt tun? Und ist Tierliebe wirklich immer zum Wohl der Tiere oder eher für uns selbst?

Weiterlesen „Buchtipp: Das letzte Nashorn“